Die Linke muss nun liefern

Politisches Frühstück - 8.10.2017
Politisches Frühstück – 8.10.2017
  • Vakuum im linken Lager – Notwendigkeiten und Möglichkeiten
  • Mitbestimmung wollen die Bürger – Deutschland bis Spanien … in ganz Europa

Vakuum im linken Lager – Notwendigkeiten und Möglichkeiten

Die Bundestagswahl ist vorbei und wir stehen vor einem großen Scherbenhaufen. Alle schauen ungläubig auf das völlig undenkbare Szenario der JAMAIKA Koalition.

Die ersten Schnellschlüsse deuten auf ein zurück zu den bekannten und „sicheren“ Profilen. Die CSU will wieder zurück ins rechte Lager. Die CDU möchte sich neu orientieren und weiß nicht genau welche Richtung das sein wird. Die FDP ist wieder zurück im Bundestag und kommt mit dem Neubesetzen der Posten nicht nach. Die AfD ist eine unkalkulierbare extrem konservative, wenn nicht gar rechtsextreme Gruppierung.

Die Grünen denken alles richtig gemacht zu haben, weil Sie nicht wirklich abgestraft worden sind. Die SPD ist sich aktuell einig in der Opposition zu verharren. Welche Rolle sie dort genau spielen soll und welchen internen Umbau sie betreiben wird, ähnelt dem Lesen aus der blinden Glaskugel.

JAMAIKA ist eines der polarisierenden und spannendsten Projekte unserer Zeit. 9-11, Feuer und Wasser und Sublimationspunkt waren die Begriffe, die die kommenden Ereignisse beschrieben.

Aber was wird aus den Linken? Sie gestehen sich ein, Verluste im Osten erlitten zu haben. Sie freuen sich über die Zuwächse im Westen. Das kann zu einem sehr großen Trugschluss führen.

Wir haben grundsätzlich dazugewonnen. Somit kann nicht alles falsch gewesen sein. Im schlimmsten Fall wird die Strategie weg vom Osten – hin zum Westen ausgerichtet. Das könnte mehr Wählerstimmen bei der nächsten Wahl bedeuten. NEIN !!!

In der Studie der Bertelsmann Stiftung wurde sehr deutlich die Gefahr für die Linke aufgezeigt. Die Auswertung der Sinus-Milieus® zeigt ganz klar einen breiten Verlust der Akzeptanz der Linken. Außer in den Bereichen des Milieus der unteren Mittelschicht/Unterschicht und des Sozial gehobene Milieus sind alle anderen 8 von 10 Milieus mit negativem Trend gekennzeichnet.

Nur wer versteht die Ergebnisse richtig zu interpretieren, der kann daraus die notwendigen Schlüsse ziehen.

Hier muss es aus der aktuellen Konstellation der Schwäche der SPD in Kombination des wahnsinnigen Verhaltens der Grünen nur eine Schlussfolgerung geben. Die Linke muss in allen Bereichen breit aufgestellt in die Vertretung der Interessen der Gesamtgesellschaft gehen.

Notwendigkeiten – Das bedeutet im Speziellen:

  • Die Bürger müssen die Linke als einziger und ehrlicher Vertreter von linker, gesellschaftsfähiger Realpolitik wahrnehmen.
  • Alle Kommunikationskanäle (nicht nur Facebook weil es so hipp ist) in bidirektionaler Weise zur Gesellschaft öffnen und die Informationen aufnehmen und zielführend verarbeiten.
  • Klare Position zur gerechten, zukunftsgewandten und friedlichen Gesellschaft zeigen und dies von allen Parteien einfordern.
  • Lösungen und Strategien zu aktuellen Fragen wie soziale Pflege und Rente entwickeln, aufzeigen und verständlich kommunizieren.
  • Change Management als gesellschaftlichen Prozess implementieren.

Ohne eine klare, konsequente, vorbildliche  und verständliche Politik wird es die Linke sehr schwer haben das verlorene Terrain wiederzugewinnen. Sollten die Initiativen richtig umgesetzt werden, so wird die Belohnung in Form von gesellschaftlicher Anerkennung nicht lange auf sich warten lassen.

Links:

Mitbestimmung wollen die Bürger – Deutschland bis Spanien … in ganz Europa

Bei der Suche nach Themen wie „Mitbestimmung“ ergeben die Suchmaschinen viele gemeinsame Anteile einer ganz bestimmten Partei. In ihr wird die Hoffnung gelegt, eine Änderung bei wem auch immer herbeizuführen.

Die Frustration der Bürger über die realen Verhältnisse und der Vertrauensverlust der demokratischen Parteien hat uns dieses Wahlergebnis geliefert.

Viele Fragen warum die Wähler bei doch „so viel Wohlstand“ diese Parteien gewählt haben. Scheinbar ist der statistische Wohlstand nicht der Reale.

Entweder ist das Statistische Bundesamt nicht unabhängig, die Zahlen falsch (oh je) oder es gibt niemanden der diese richtig interpretiert und verständlich aufarbeitet. Somit wären die Zusammenhänge jedem plastisch dargestellt und wir hätten greifbare Möglichkeiten in der Hand.

Nur welche Konsequenz hätten echte Mitbestimmung der Bürger für unsere Gesellschaft? Bürgerbefragungen wären einfach durchzuführen? Die Legislative hält sich an den Wählerwillen?

Wir sprechen noch nicht einmal über die notwenige Integration der Meinung von Spezialisten zur Bearbeitung von Fachthemen (BBI, Maut, Gesundheitskarte, etc.).

Meinung der Bürger bedeutet Auseinandersetzung damit. Es existieren nur rudimentäre Mittel für eine Kommunikation zum Bürger. Es gibt keine Kultur der Kommunikation. Die vorherrschende Meinung über Menschen oder Institutionen mit MACHT ist ein deutliches Signal an alle.

Es gibt dort immer noch abstrakte Dinge, die wir nicht beeinflussen oder für unsere Interessen ändern können. Sie funktionieren für Interessengruppen oder sind so schlecht implementiert, dass sie uns nicht dienen sondern schaden.

Links:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.